Eigentlich hatte ich weder vor, allzu persönlich über Liebe und Ehe öffentlich zu schreiben noch dem kitschig-kommerzialisierten Valentinstag besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Aber gerade küsste mich die Muse und so werfe ich meine Grundsätze kurz über Bord, for the sake of love ❤️

Einer meiner Lieblingstage ist schon immer der Freitag gewesen. Zwar haben Samstage und Sonntage auch ihre Vorzüge und bieten Zeit für Freundestreffen, Haushalt, Kreativprojekte oder auch besondere Ausflüge. Nicht zuletzt als Christ schätze ich die Ruhe, Besinnung und Gemeinschaft besonders am Sonntag.

Aber im Freitag liegt für mich noch eine besondere Magie:

1. Arbeits-/Freizeitsymbiose: Freitag ist besonders für mich ein Lehrer ein 50/50-Tag: Vormittags arbeiten, nachmittags frei haben. An allen anderen Wochentagen trifft diese stereotype Vorstellung des Lehrerlebens bei mir nicht zu, dazu gibt es noch zu viele Vorbereitungen, Konferenzen und Korrekturen. Es ist ein schönes und wohltuendes Gefühl, nach getaner Arbeit nach Hause zu kommen und sich uneingeschränkt auf seine Lieben und seine Freiheit freuen zu können.

2. Vorfreude: Während Sonntagabend schon die neue Arbeitswoche anklopft, liegt am Freitag ein Wochenende voller Möglichkeiten vor einem. Ich fühle mich wie Anfang 20 – die Welt in der komprimierten Form eines Wochenendes liegt vor einem, es gibt so viele Menschen zu treffen, so viele schöne Dinge zu tun.

3. Heimkommen: Gerade seit ich unter der Woche in der Ferne arbeite, freue ich mich Freitags umso mehr, durch den wohlbekannten Münsteraner Bahnhof zu laufen, auf der Promenade nach Hause zu radeln und meine strahlende Luise zu umarmen. Sich nach einer geographischen Trennung wiederzusehen ist ein wunderbares Gefühl.

Der Valentinstag, oder genereller noch die romantische Liebe, die an diesem zelebriert wird, spiegelt ein Stückweit diese Freitagsmagie wieder:

Liebe hat auch mit Arbeit zu tun. 💪 Der Pomp und Kitsch um den Valentinstag mit all den roten Herzchen suggeriert, dass Liebe einfach schön ist und nichts mit Arbeit, Sorgen und anderen Schwierigkeiten zu tun hat. Doch so wie der Freitag eine Mischung aus Arbeit und Freiheit ist, scheint mir meine bescheidene Eheerfahrung und die Weisheit meiner Eltern zu lehren, dass Liebe in der Tat auch Arbeit erfordert; in Form von Reflexion, Gebet, Ertragen, Zuhören, Müllrunterbringen, Geschenkebesorgen, und tausend anderen Aktionen, die Energie ziehen.

Liebe lebt von Vorfreude. 🤗 Seine Beziehung immer wieder nicht als statisches Gebilde, als bloßen „Status Quo“ zu betrachten, sondern in ihr Potential zu sehen. Den Partner erwarten, ihn nicht als bekannt vorauszusetzen. Neue Möglichkeiten in der Beziehungsgestaltung zu sehen und sich zu freuen, sie zu nutzen. Sich auf zukünftige Lebensphasen in der Ehe freuen – all das ist Vorfreude, die die Liebe belebt.

Liebe ist wie Heimkommen. 🏡 Sich bewusst fallen lassen zu können, die Sorgen der Arbeit, das pädagogische Gerede im Lehrerzimmer sein zu lassen (klappt zwar nicht immer 😃🙈) und in Vertrautheit einfach sein zu können.

Darum empfinde ich es gerade als sehr passend, dass der Valentinstag 2020 an einem Freitag liegt und finde, es sollte eigentlich immer so sein. ☺️


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3 Kommentare

  1. Hannetraud L.

    In diesem Sinne einen wunderschönen Valentinstag!!! Ich liebe auch die Freitage sehr 😊

    Von meinem iPhone gesendet

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  2. Berni

    Hey Bassi, da bringst du auch meine Freitagsstimmung gekonnt auf den Punkt 😄
    Ein schöner Text zur Besinnung, der einen kommerziellen Feiertag für mich persönlich wieder aufwertet.
    Hab ein schönes Wochenende und ich freu mich auch schon auf unser pädagogisches Geplänkel im Lehrerzimmer 😜

    • Danke lieber Berni, mit dir ist pädagogisches und unpädagogisches Geplänkel und Geblödel immer besonders witzig 😃Und die geteilte Wochenendstimmung am Freitag umso schöner 😍 Liebe Grüße und viel Spaß mit dem Piano 🎹

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